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„… wenn sich die Bürger keine warme Wohnung mehr leisten können“

Auf dem Gelände dieses Heizkraftwerks an der Nossener Brücke will SachsenEnergie bis 2029 einen bis zu 60 Meter hohen Wärmespeicher errichten.

Die Anhörung „Sicherheit und Finanzierbarkeit der zukünftigen Energieversorgung für Dresden“ am 27.10.2025 hat gezeigt, dass Korrekturen der im Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept aufgestellten Ziele erforderlich sind, so BSW-Fraktionschef Ralf Böhme. Weiter äußert er sich zu dem Thema wie folgt.

Die Aussagen der Experten von SachsenEnergie, von Wissenschaftlern der TU Dresden und aus der freien Wirtschaft machten deutlich, dass es derzeit keine technisch und wirtschaftlich erprobten Lösungen gibt, welche in 20 Jahren eine Treibhausgasneutralität der Energie- und Wärmeversorgung in Dresden ermöglichen. Verschiedene Ansätze wie die Gewinnung von Strom und Wärme aus Restmüllverbrennungsanlagen oder der an der Nossener Brücke geplante Wärmespeicher sind nur kleine Bausteine auf dem Weg zu einer dekarbonisierten Energieversorgung. Die Frage nach der Art der dringend benötigten Energiespeicher kann momentan noch nicht beantwortet werden. Eine Vielzahl von Herausforderungen bleibt ungelöst.

Der priorisierte Ersatz von Erdgas durch Wasserstoff als Energieträger erscheint unrealistisch. Die bestehende Infrastruktur ist nur mit einem enormen finanziellen und technischen Aufwand umrüstbar. Die mit der Herstellung, dem Transport und der Speicherung verbundenen Energieverluste führen zu einem enormen zusätzlichen Energiebedarf. Ebenso steigen die Anforderungen an die Sicherheitsvorkehrungen, wenn Wasserstoff bei der Wärmeversorgung innerhalb der Stadt eingesetzt werden soll.

Risiken für die sichere und bezahlbare Energieversorgung gefährden den sozialen Frieden. Auch in Dresden zeigt sich, dass der Irrweg des starren Ausbaus der erneuerbaren Energien ohne Gleichklang mit Netz- und Speicherkapazitäten korrigiert werden muss.  Es macht keinen Sinn, bei der Energieversorgung die Emissionen auf ein Minimum abzusenken, wenn sich die Bürger dieser Stadt am Ende keine warme Wohnung mehr leisten können.