Unsicherheitsgefühl in der Innenstadt: Das sagt das BSW
1. November 2025
Mal Gas geben, mal auf die Bremse treten
19. November 2025

Land in Sicht für den Fernsehturm

Der Dresdner Fernsehturm, könnte man sagen, macht seinem Namen alle Ehre. Er ist tatsächlich aus der Ferne zu sehen, nahezu von überall im Umkreis vieler Kilometer. Das liegt zum einen an seinen 252 Metern Eigenhöhe, mit denen er zu den zehn höchsten Fernseh- und Fernmeldetürmen in Deutschland zählt, zum anderen an der exponierten Lage in Wachwitz, 120 Meter über dem Elbtal.

Leider haben den 56 Jahre alten Turm in letzter Zeit die wenigsten aus der Nähe gesehen. Er ist nämlich seit 1991 – also seit 34 Jahren – für die Öffentlichkeit geschlossen. Aber das soll sich ändern. Die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm GmbH hat jetzt einen Sanierungsplan vorgelegt. Das war Voraussetzung dafür, dass 12,8 Millionen Euro Fördergelder vom Bund abgerufen werden können. Die hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages bereits 2018 im Rahmen der Denkmalförderung bewilligt. Sie verfallen am Jahresende, deshalb drängt die Zeit.

Aktuell wird der Fernsehturm nur für den Sendebetrieb genutzt. Die Ertüchtigung für den Publikumsverkehr soll 25,6 Millionen Euro kosten. Der Anteil der Fördersumme liegt also bei 50 Prozent. Die zweite Hälfte wird zu gleichen Teilen von Land und Stadt getragen.

Bisher gibt es keine Aussage dazu, wann der schlafende Gigant wieder zum Leben erwacht. Vor 2030 dürfte aber wohl kaum mit der Neueröffnung zu rechnen sein. Und auch dann soll der Betrieb gewissen Einschränkungen unterliegen, die zu DDR-Zeiten, als der Turm ein äußerst beliebtes Ausflugsziel für die ganze Familie war, noch nicht galten. So ist angedacht, dass ein Besuch nur nach Voranmeldung möglich ist und sich gleichzeitig maximal 199 Personen auf den zwei verglasten Etagen in 137 bis 148 Metern Höhe und der Aussichtsplattform darüber aufhalten dürfen.

Dass das Dresdner Wahrzeichen in absehbarer Zukunft wieder mehr zu sein verspricht als ein Sendemast, ist natürlich begrüßenswert. „Wir unterstützen die Sanierungspläne“, sagt BSW-Stadtrat Maurice Devantier, der dem sogenannten Lenkungsausschuss Fernsehturm angehört. Geklärt werden muss vor allem noch die sinnvolle verkehrstechnische Erschließung des Areals. Anwohner befürchten, dass ihre Grundstücke zugeparkt werden, und haben sich deshalb zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen. Ob der angekündigte Ausbau des Parkplatzes auf 66 Plätze sie besänftigt? Jedenfalls darf das Vorhaben an solchen irdischen Problemen nun wirklich nicht scheitern.