Radkonzept nicht zerreden, sondern umsetzen
Seit 2017 hat Dresden ein Radverkehrskonzept. Seinerzeit vom Stadtrat beschlossen, enthält es Hunderte von Maßnahmen, die vor allem auf den Ausbau des Radverkehrs und dessen Sicherheit gerichtet sind. Wie es mit dem Konzept weitergehen soll, wurde jetzt im Rahmen einer Aktuellen Stunde wiederum im Stadtrat diskutiert. Die Meinung des BSW: Das Radfahrkonzept muss nicht überarbeitet, sondern umgesetzt werden. BSW-Stadtrat Maurice Devantier sagte in seiner Rede:
- „Die allermeisten Punkte sind richtig.“ Ein Großteil ist jedoch bis heute nicht umgesetzt.
- Explizit machte Maurice auf ein Problem aufmerksam, das schon 2017 erkannt war und als Punkt 4.1.7. Eingang in das Radverkehrskonzept fand. Demnach sollen Unterbrechungen von Radwegen an Grundstückszufahren beseitigt bzw. vermieden werden. Bis heute sind solche Kopfsteinpflasterquerungen jedoch nach wie vor verbreitet, etwa an der Rehefelder Straße in Pieschen. Die Folge: „Der Radfahrer wird durchgerüttelt. Für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator sind diese Stellen ebenso eine Tortur, Räder können hier stecken bleiben.“
- Weiter: „Viele Radfahrer weichen deshalb auf die Straße aus, wo es dann zu Konflikten mit Autofahrern kommt. Toll, dass das im Radverkehrskonzept steht. Nur: Was nützt es, wenn keine Umsetzung dieser und der vielen anderen Maßnahmen erfolgt?“
- Maurice plädierte auch für gegenseitige Rücksichtnahme, denn in einer historisch gewachsenen Stadt sei oft nicht genug Platz da, um die unterschiedlichen Verkehrsträger ideal voneinander zu trennen. „Aber da viele von uns Fahrrad, Auto und den ÖPNV abwechselnd nutzen, sollten doch von allen Seiten auch Verständnis für den jeweils anderen Verkehrsteilnehmer aufgebracht werden.“ Es brauche Kompromisse, allerdings solche mit Köpfchen. Auf der Könneritzstraße oder der Bautzener Straße sei das nicht gelungen.
- Das Fazit von Maurice: „Wir brauchen kein neues Radkonzept, sondern die schnelle Umsetzung möglichst vieler Maßnahmen aus dem bestehenden, und diese Realisierung muss ein möglichst intelligenter Kompromiss zwischen den Interessen aller Verkehrsteilnehmer sein.“
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