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Warum nur das BSW gegen (viel) höhere Museumspreise stimmte

Als BSW-Stadtrat Maurice Devantier sprach, hörten im Hintergrund sogar Kulturbürgermeisterin Klepsch und Wirtschaftsbürgermeister Pratzka, die selten von ihren Laptops aufschauen, aufmerksam zu.

Dresden ist eine Stadt der Kultur. Man muss sie sich nur leisten können. Das ist für viele gerade wieder etwas fraglicher geworden. Der Stadtrat hat nämlich mit großer Mehrheit zum 1. Januar 2026 höhere Eintrittspreise für die städtischen Museen beschlossen. Als einzige Fraktion dagegen stimmte das BSW. Denn die Preise steigen nicht einfach nur, die Teuerung fällt drastisch aus. Eine Jahreskarte kostet künftig gleich mal doppelt so viel wie bisher, nämlich 60 statt 30 Euro. Beim Kombiticket für Stadtmuseum und Städtische Galerie werden 14 statt 8 Euro fällig. Der normale Eintritt kommt Besucher ohne Ermäßigung zwei bis drei Euro teurer zu stehen als im Moment.

Dass es sich um die erste Preiserhöhung seit 2013 handelt, ist ein schwacher Trost für Menschen, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Wer auf einmal so viel tiefer in die Tasche greifen soll, nur um ein Museum besuchen zu dürfen, bleibt im Zweifelsfall gleich ganz zu Hause. Deshalb sind auch die erwarteten Mehreinnahmen der Museen in Höhe von 400.000 Euro eine Milchmädchenrechnung. Denn ihnen liegt die Annahme einer gleichbleibenden Besucherzahl zu Grunde.

Wenn jedoch die Nachfrage wegen der höheren Preise sinkt, was zumindest sehr wahrscheinlich ist, reduzieren sich auch die Mehreinnahmen, wenn überhaupt welche erzielt werden können. So oder so sind aber selbst 400.000 Euro keine Summe, die es wert wäre, den Dresdnern und Dresdnerinnen den nächsten Preisschock zuzumuten. Darauf verwies BSW-Stadtrat Maurice Devantier in seiner Rede bei der Stadtratsdebatte.

Maurice berichtete auch von persönlichen Erfahrungen in schon jetzt halbleeren Museum, wo sich die Mitarbeiter sorgen, dass nach der Erhöhung überhaupt niemand mehr kommt. Dabei sei sein sechsjähriger Sohn bei einem kürzlichen Museumsbesuch so begeistert gewesen, dass sich Maurice gesagt habe: „Alle sollten das mit ihren Kindern erleben dürfen – und nicht nur die, die es sich leisten können.“

Angesichts der vielen Diskussionen über Kultur und Bildung sei die Vorlage „absolut kontraproduktiv“. Die Stadt werde damit nicht reicher, die Gesellschaft aber ärmer, so Maurice. Deshalb gab es für die Preiserhöhung genau vier Gegenstimmen – von der BSW-Fraktion.