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Zahlen und Fakten zu einem umstrittenen Vorhaben

Alles Gute zum Geburtstag, Frauenkirche! Dresdens Wahrzeichen ging zwar kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Feuersturm unter und war als Ruine in den darauffolgenden Jahrzehnten ein Symbol für Leid und Zerstörung. Doch rund um die Jahrtausendwende erlebte der Bau seine Wiederauferstehung (und der Neumarkt gleich mit). Die Kirchenweihe am 30. Oktober 2005 markierte vor 20 Jahren eine Renaissance des alten Dresdens im neuen, auch wenn das Vorhaben anfangs durchaus umstritten war. Die Stiftung Frauenkirche spricht heute von einem „Ort des Dialogs, der Versöhnung und des gesellschaftlichen Engagements“. Aus gegebenem Anlass haben wir einige Zahlen rund um Dresdens berühmtestes Bauwerk zusammengestellt.

  • Die Frauenkirche wird jährlich von rund 2 Millionen Menschen besucht. Seit der Weihe vor genau 20 Jahren waren es nach Angaben der Stiftung Frauenkirche über 40 Millionen. Veranstaltet wurden in der Zeit rund 13.000 Gottesdienste und 2000 Konzerte, wofür im Innenraum 1835 Plätze zur Verfügung stehen.
  • Die Grundsteinlegung für den Wiederaufbau erfolgte 1994. Die Kosten beliefen sich laut der Stiftung Frauenkirche auf 182,6 Millionen Euro. Weit mehr als die Hälfte dieser Summe (102,8 Millionen) konnte durch Spendengelder aufgebracht werden.
  • Der 1726 bis 1743 errichtete Vorgängerbau brannte bei den Luftangriffen vom 13./14. Februar 1945 aus und stürzte gegen 10 Uhr am 15. Februar ein. Zuvor hatten noch 300 Menschen in seinen Kellern Zuflucht vor den Bomben gesucht. Zurück blieb nun nur ein Trümmerhaufen, aus dem einige Mauern emporragten.
  • In der DDR wurden die Überreste 1966 offiziell zu einem Mahnmal erklärt. Aber nicht nur für das staatliche Gedenken an Krieg und Zerstörung spielten sie eine wichtige Rolle. Beginnend mit dem 13. Februar 1982, versammelten sich dort vornehmlich junge Leute aus der unabhängigen Friedensbewegung, um Kerzen zu entzünden und zu singen.
  • Auch nach der Wende fanden Initiativen für einen Wiederaufbau zunächst wenig Widerhall. Sogar die Evangelisch-Lutherische Landeskirche sprach sich dagegen aus. Der Stimmungsumschwung geht maßgeblich auf eine Bürgerinitiative zurück, der prominente Dresdner wie der Trompeter Ludwig Güttler, der Physiker Manfred von Ardenne, der Schauspieler Friedrich-Wilhelm Junge und der Kunsthistoriker Heinrich Magirius angehörten. Am 12. Februar 1990 wurde auf der Pressekonferenz der Appell „Ruf aus Dresden“ vorgestellt, mit dem die Kritik zwar nicht verstummte. Doch die Überzeugungsarbeit hatte mit der Zeit Erfolg.
  • Mit einem Außendurchmesser von maximal 26,15 Metern ist die steinerne Kuppel die größte ihrer Art nördlich der Alpen. Verbaut wurden in dem Sakralbau auch Tausende historische Steine, was der Fassade ihr teils „gesprenkeltes“ Aussehen verleiht.
  • Die Frauenkirche verfügt über die zweithöchste Aussichtsplattform in der Innenstadt nach dem Rathausturm. Der Aufstieg auf 67 Meter kostet 10 Euro, wobei bereits der Weg spektakulär ist und sich als Wandelgang in der Kuppel spiralförmig der luftigen Höhe nähert. Geöffnet ist ganzjährig, von November bis Februar täglich 10 bis 16 Uhr, sonntags 13 bis 16 Uhr.
  • Am 23. Dezember findet auch dieses Jahr wieder die Weihnachtsvesper vor der Frauenkirche statt, seit der Premiere im Jahr 1993 bereits zum 33. Mal. Die Einstimmung auf das Weihnachtsfest zieht jedes Jahr um die 15.000 Menschen an und gilt als der größte regelmäßige Gottesdienst unter freiem Himmel in Deutschland.