Posse um den Zollhof: Jetzt bleibt er, wo er ist
Na das hat sich ja mal so richtig gelohnt: Jahrelang wurde in Dresden nach einem neuen Standort für den Zollhof gesucht, weil dessen Adresse in einer Seitenstraße unterhalb des Proschhügels in der Neustadt für die Anwohner parkende Lkw vor ihren Häusern, Lärm und Schmutz bedeuteten. Jetzt wurde bekannt, dass sich der Kreis buchstäblich schließt: Die Suche ist ergebnislos eingestellt, der Umzug abgeblasen. Das Zollamt bleibt, wo es ist.
Die Stadt hatte sich mit ihrem Vorschlag, den Zollhof an die Washingtonstraße vis-à-vis des Elbeparks zu verlegen, am Bauausschuss des Stadtrats die Zähne ausgebissen. Gleich mehrere Anläufe scheiterten. Auch das BSW erteilte den Plänen eine Absage, denn für viel Geld ein Grundstück an einer ohnehin verkehrsreichen Kreuzung zu kaufen, kann wohl kaum als sinnvolle Alternative bezeichnet werden. Zumal die fragliche Grünfläche vom Dresdner Weihnachts-Circus genutzt wird, der gerade die erfolgreichste Saison in seiner fast 30-jährigen Geschichte hinter sich hat.
Wegen solcher Kollisionen hat BSW-Stadtrat Maurice Devantier von Anfang an dafür plädiert, den Zollhof jenseits des Stadtgebiets anzusiedeln: „Das wäre die beste Lösung. Es macht überhaupt keinen Sinn, die Lkw quer durch die Stadt zum Zoll zu schicken, wenn der auch irgendwo außerhalb und möglichst direkt an der Autobahn ansässig sein könnte.“
Die Verwaltung hat nach eigener Aussage 13 Standortvarianten in Dresden geprüft. Welche das waren, haben die Stadträte aber nie erfahren, so Maurice: „Uns hat man im Bauausschuss nur die Washingtonstraße schmackhaft zu machen versucht. Und es hieß: Wir haben andere Varianten geprüft, die sind alle ungeeignet. Warum und um welche Varianten es überhaupt ging, blieb unklar.“
Dass sich das Hauptzollamt Dresden seit den 1990er Jahren in der Albertstadt befindet, hat lange kaum für Aufsehen gesorgt. Doch als dort über die Jahre auch Büroflächen und hochwertiger Wohnraum entstanden, kam es zunehmend zu Konflikten. Zuletzt hatte sich die Lage indes deutlich entspannt. Eine Vorabfertigung des Zolls ca. 1,5 Kilometer nördlich des Zollamts – und damit viel näher an der A4 – sorgte dafür, dass die besagten Anwohner von den gröbsten Belästigungen verschont wurden. Doch der Interimsparkplatz am Hammerweg, ein Provisorium für die Zeit der Sanierung der Stauffenbergallee, taugt offenbar nicht zur Dauerlösung. Im Mai soll dort der Bau einer Müllverbrennungsanlage der SachsenEnergie beginnen. Ob damit das Lkw-Chaos rund um das Zollamt zurückkehrt oder kleinere Veränderungen das Schlimmste verhindern, ist offen.





