Zerstörtes Dresden: Aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn
12. Februar 2026

Hand in Hand mit Tausenden und ein Kranz gegen das Vergessen

Maurice Devantier (li.) und Ralf Böhme von der BSW-Stadtratsfraktion bei der Kranzniederlegung auf dem Nordfriedhof

So still ist es im feierabendlichen Dresden sonst nie. Punkt 18 Uhr gedachten auch gestern wieder  Tausende mit einer Menschenkette rund um die Altstadt der schlimmsten Stunden in der Geschichte der Stadt – schweigend und unter Glockengeläut. BSW-Stadträte, -Mitglieder und -Sympathisanten reihten sich zwischen Semperoper, Hofkirche und Schloss ein. Das Gedenken an die Opfer der alliierten Luftangriffe, die vor 81 Jahren kaum ein Haus in der Innenstadt verschont und bis zu 25.000 Menschen das Leben gekostet hatten, hatte für die BSW-Vertreter bereits am Morgen auf dem Nordfriedhof begonnen.

Bei der Gedenkfeier des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge am Rande der Dresdner Heide (Fotos links) legten Ralf Böhme und Maurice Devantier von der BSW-Stadtratsfraktion einen Kranz nieder. Auf der Schleife war zu lesen: „In tiefem Gedenken an die Opfer der Zerstörung unserer Stadt am 13. Februar 1945“. Auch mit einer Schweigeminute wurde an die Ereignisse erinnert, die den historischen Kern von Dresden in Schutt und Asche legten. Binnen 37 Stunden flogen britische und amerikanische Bomberverbände vom 13. bis 15. Februar 1945 vier Angriffswellen auf Dresden. Dabei kamen 2400 Tonnen Sprengbomben und 1500 Tonnen Brandbomben zum Einsatz.

Dresden wurde zwischen dem 7. Oktober 1944 und dem 17. April 1945 achtmal aus der Luft bombardiert. Die mit Abstand verheerendsten Angriffe waren die vom Februar 1945, besonders die beiden nächtlichen vom 13. auf den 14. Februar mit 800 Bombern der britischen Royal Air Force trafen Dresden mitten ins Herz. Der Krieg, der von Deutschland ausgegangen war, hatte nun auch für „Elbflorenz“ einen erschütternd hohen Preis. Dass einmal auf dem Altmarkt die Leichen von 6865 Menschen verbrannt werden müssten, wer hätte sich das je vorstellen können? Die meisten Opfer wurden auf dem Heide- und dem Johannisfriedhof beigesetzt.

Dresden ist Mahnung, dass sich so etwas niemals wiederholen darf. BSW-Fraktionschef Ralf Böhme sprach nach dem Gedenken auf dem Nordfriedhof von einer sehr würdevollen Veranstaltung. Das wünsche er sich auch für das, was in diesen Tagen noch passieren werde. Von allen Aktionen konnte man das leider nicht behaupten. Noch während man sich in der Menschenkette an den Händen hielt (Fotos von BSW-Teilnehmern rechts), versuchten zwei Dutzend Demonstranten aus dem linken Spektrum, das stille Gedenken auf dem Neumarkt lautstark und per Spruchband mit der Aufschrift „Gegen Dresdner Rotz und Wasser“ zu stören.