Nach Hängepartie: Motor Trachenberge darf wieder hoffen
Der neue Haushalt wirft schon seine Schatten voraus, während manche noch immer auf die Gelder aus dem alten warten. So auch Motor Trachenberge. Von den 1,5 Millionen Euro, die dank des BSW zusätzlich für Sportstätten zur Verfügung stehen, soll ein Ausweichplatz runderneuert werden. Doch das zog sich. Jetzt steht zur Freude des Vereins fest, wann die Arbeiten beginnen können.
Der Stammplatz von Motor Trachenberge an der Aachener Straße ist, wenn man so will, seiner Zeit voraus. Er sieht jetzt schon so aus wie normalerweise im Oktober oder November. Dabei sind die Sommermonate gerade erst vorbei, in den Ferien war die Anlage wie jedes Jahr gleich ganz gesperrt und müsste sich eigentlich gut erholt wieder zum Dienst gemeldet haben. Dennoch möchte man den Grashalmen fast schon zu Hilfe eilen, so kraftlos und „herbstlich“ wirken sie teilweise. Die Rasenoberfläche ist viel zu trocken, der Untergrund viel zu feucht – eine ungesunde Kombination.
An den Nachmittagen kann man Torsten Mikoteit, Trainer, Schiedsrichter und stellvertretender Vorsitzender im Verein, bei einer Tätigkeit zusehen, die normalerweise nicht zu seinem Profil gehört. Er schreitet den Platz ab und drückt an verschiedenen Stellen seinen Bodentester in die Erde. Das handliche Messgerät erfasst unter anderem den pH-Wert, die Fruchtbarkeit und die Feuchtigkeit des Bodens. Mikoteit sammelt so Argumente, um bei der Stadt und ihren Platzwarten immer wieder auf den mangelhaften Zustand der kommunalen Anlage aufmerksam zu machen.
Weil sich über die Jahre trotz langer Auszeiten für den Platz im Sommer wie im Winter kaum etwas ändert, schlug der Vereins-Vize zuletzt bereits Alarm: Man spüre zunehmend personell, dass immer mehr Trainer und Spieler die Bedingungen leid seien. Sie wechselten zu anderen Vereinen.
Hoffnung macht immerhin ein Vorhaben, das auch schon lange im Gespräch ist, aus finanziellen Gründen aber nie über Wunschvorstellungen hinaus kam – bis das BSW 1,5 Millionen Euro für Sportinfrastrukturmaßnahmen in den laufenden Dresdner Haushalt verhandelte. Davon profitiert aktuell bereits Rotation Dresden, wo Kunstrasen auf einem bisherigen Hartplatz verlegt wird. Auch Motor Trachenberge soll zu den Nutznießern gehören, indem die städtische Sportanlage an der Neuländer Straße unweit des Vereinsgeländes aufgewertet wird. Dort trainieren schon heute diverse Nachwuchsmannschaften und entlasten so den Hauptplatz. In Zukunft soll der Trainings- und Spielbetrieb deutlich ausgeweitet werden.
Doch das Ganze gestaltet sich wegen Tiefbauarbeiten auf der Neuländer Straße zur Hängepartie. Noch immer ist die Straße stellenweise voll gesperrt und auch auf Teilen des öffentlich zugänglichen Sportplatzes lagert hinter Zäunen Baumaterial, das für andere Zwecke bestimmt ist. Aber das BSW hat nicht lockergelassen und sich immer wieder nach dem Status quo erkundigt.
Bei der jüngsten Stadtratssitzung konnte Motor Trachenberge nun eine lang ersehnte Nachricht vernehmen. Auf die Frage von BSW-Stadtrat Maurice Devantier nach dem Planungsstand in Sachen Neugestaltung des Sportgeländes an der Neuländer Straße erklärte Sportbürgermeister Jan Donhauser: „Das kann ich kurz und knapp machen: Wir wollen im Mai 2027 beginnen.“
Die Straßenbauarbeiten sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. Danach kann auch die schwere Technik für die Maßnahmen auf der Sportanlage anrücken. Dort sind mit den vorhandenen Mitteln, so Donhauser, zunächst Kunstrasen für das Fußball-Großfeld, Flutlicht und Laufbahnen vorgesehen. Beim ebenfalls angedachten Funktionsgebäude mit Umkleidekabinen muss sich Motor Trachenberge wohl noch etwas länger gedulden, aber auch das, was sich nun abzeichnet, ist ein echter Fortschritt. Zwar geht auch das nicht von heute auf morgen. Aber mit Warten haben Mikoteit und Mitstreiter eine Menge Erfahrung. Und mit klarer Perspektive wartet es sich leichter.









