Stehen Dresdner Behörden der Wirtschaft im Weg ?

17. September 2026

Orientierungslosigkeit der Verwaltung bei Wohnheimbau in Prohlis

Dieses Ärztehaus am Albert-Wolf-Platz in Prohlis soll für das Azubi-Wohnheim weichen.

Nach einem halben Jahr stimmt der Dresdner Stadtrat erneut über das geplante Azubi-Wohnheim am Albert-Wolf-Platz in Prohlis ab und soll die Übernahme des „Kostenrisikos“ durch die Landeshauptstadt Dresden schlucken. Hintergrund: Nach der Mehrheitsentscheidung des Stadtrats von Ende März für den Wohnheim-Neubau durch die Stesad hat sich herausgestellt, dass das Projekt laut Vorlage nur „eingeschränkt“ wirtschaftlich betrieben werden kann. Ab dem Doppelhaushalt 2031/2032 muss mit erheblichen jährlichen Ausgleichszahlungen aus Steuergeldern gerechnet werden.

Damit bestätigt sich, was das BSW bereits im Frühjahr an dem Vorhaben zweifeln lassen hat. Bei der damaligen Abstimmung enthielt sich unsere Fraktion wohlweislich. Denn einerseits ist es nachvollziehbar, Unterkünfte für mehr als 300 Auszubildende des neuen BSZ Elektrotechnik zu schaffen, möglichst auch in unmittelbarer Nähe. Andererseits soll dafür ein Ärztehaus abgerissen werden. Doch bis heute ist nicht mit allen dortigen Ärzten eine zufriedenstellende Ersatzlösung gefunden worden.

Ralf Böhme, Fraktionsvorsitzender des BSW im Stadtrat: „Die Räumung des etablierten Ärztehauses wurde seitens der Verwaltung anscheinend in völliger Naivität vorausgesetzt. Wann es leer sein wird, steht nach wie vor in den Sternen.“

Wie schwierig die Lage ist, weiß BSW-Stadtrat Dominik Hecker, der selbst in Prohlis wohnt, aus Vor-Ort-Gesprächen mit Betroffenen. Aus der Vorlage geht hervor, dass die voraussichtliche Fertigstellung des Wohnheims nicht mehr für den Sommer 2029 erwartet wird, wie noch vor sechs Monaten, sondern für das Frühjahr 2030. Auch das sollte zu denken geben, wie verlässlich wohl die Aussagen sind, auf denen die Planung fußt.

Stadtrat Hecker hatte bereits im März bei seiner Rede im Stadtrat vor den Risiken des Projekts gewarnt. Er sprach davon, dass eine „teure Katastrophe“ droht. Ralf Böhme legt nach: „Da die Auszubildenden hauptsächlich bei den in Dresden ansässigen Chip-Großkonzernen zum Einsatz kommen werden, müssen mögliche Defizite von diesen übernommen werden.“