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Zerstörtes Dresden: Aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn
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Ein Wort zum Gedenken

Der Neumarkt mit der Frauenkirche heute: Nach 1945 war davon kaum etwas übrig.

Auf dem Altmarkt erinnert diese Inschrift an ein unheilvolles Kapitel Stadtgeschichte.

Auch 81 Jahre nach den Luftangriffen auf Dresden mit ihren grauenhaften Folgen wird das Datum weiterhin von rechts wie links instrumentalisiert. Die Fraktion BSW im Stadtrat Dresden lehnt solche Versuche, noch aus den Toten politisches Kapital zu schlagen, ab. Das furchtbare Leid der Zivilbevölkerung und die Zerstörung unserer Stadt dürfen weder losgelöst von der Vorgeschichte angeprangert noch unter Verweis darauf relativiert werden. Deshalb distanzieren wir uns sowohl von „Trauer“-Aufmärschen als auch von Gegenprotesten unter der Losung „Gedenken abschaffen“. Auch in diesem Jahr soll ein Großaufgebot der Polizei wieder ein gewaltsames Aufeinandertreffen beider Gruppen verhindern.

Zur historischen Wahrheit gehört, dass die Nationalsozialisten auch in Dresden viele Anhänger hatten und dass noch mehr schweigend weggeschaut haben. Und ja, die Bomben auf Dresden haben auch Menschenleben gerettet, weil weitere geplante Deportationen von Juden in Vernichtungslager nicht mehr stattfanden. Solche Zusammenhänge dürfen nicht unter den Tisch gekehrt werden, wie auch der Gedanke, die wahllosen Opfer der Bombardierung hätten ein solches Schicksal geradezu verdient, ein intellektuelles und moralisches Versagen ist.

Dresden mahnt, wohin politischer Extremismus führt. Wir verstehen den 13. Februar als Auftrag, gegen Krieg und Militarisierung einzutreten. In diesem Sinne werden wir auch an den Gedenkveranstaltungen in Dresden teilnehmen.