Danke und ciao, Egidio Marzona
Das Blockhaus zwischen Elbe und Goldenem Reiter wurde in den 30er Jahren des 18. Jahrhunderts erbaut. Die Luftangriffe auf Dresden 1945 überlebte es als Ruine. Erst mehr als drei Jahrzehnte später wieder aufgebaut, diente es zunächst als Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft. Nach der Wende ging es in den Besitz des Freistaates Sachsen über. Im Zuge des Umbaus zum Standort für das „Archiv der Avantgarden“ wurde das Gebäude komplett entkernt. Am 4. Mai 2024 war Wiedereröffnung.
Was wäre ohne Egidio Marzona wohl aus dem Blockhaus an der Augustusbrücke geworden? Nicht zum ersten Mal in seiner Geschichte hatte der auch als Neustädter Wache bekannte historische Bau 2013 schweren Schaden genommen – diesmal durch Hochwasser – und war geschlossen worden. Zum Glücksfall für Dresden wurde in dieser Situation der Kunstsammler Marzona, dessen Sammlung zur Avantgarde des 20. Jahrhunderts als weltweit einzigartig gilt.
Indem er den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden 1,5 Millionen Sammlerstücke schenkte, gab der Deutsch-Italiener den Anstoß für Sanierung und Umbau des Blockhauses im Auftrag des Freistaates, dem es gehört.
Einen entsprechenden Architekturwettbewerb gewann Nieto Sobejano Arquitectos (Berlin).
Zunächst nebenan im Japanischen Palais ausgestellt, zog das „Archiv der Avantgarden – Egidio Marzona“ (ADA) im Frühjahr 2024 in das fertige Blockhaus um. Die erste hochrangige Auszeichnung folgte bereits kurze Zeit später: Die deutsche Sektion des Kunstkritikerverbandes AICA kürte das ADA zum „Museum des Jahres 2024“.
Egidio Marzona hat Dresden somit gleich um zwei Schätze bereichert. Wir sind ihm zu großer Dankbarkeit verpflichtet, auch über seinen Tod hinaus. Am Sonntag ist der Mäzen im Alter von 81 Jahren in Berlin gestorben.





