Spiel mit dem Feuer: BSW-Kritik an Müllverbrennungsplänen

5. Juli 2026

Weiter kein Konzept für künftige Polizeipräsenz in Gorbitz

Die sächsische Naturforscherin Amalie Dietrich (1821-1891) stammte aus einfachsten Verhältnissen und hatte in ihrem Leben immer wieder mit finanziellen Nöten zu kämpfen. Es wird wohl nicht beabsichtigt gewesen sein, aber in Dresden ist seit 1993 ein Flecken nach ihr benannt, wo viele ganz ähnlich nicht auf Rosen gebettet sind. Am Amalie-Dietrich-Platz in Gorbitz, geprägt von drei Wohnhochhäusern mit je 16 Stockwerken und zwei nicht sehr ansehnlichen Einkaufspassagen, nahm 1981 Dresdens größtes Plattenbaugebiet seinen Anfang. Heute hat es ungefähr noch halb so viele Einwohner, wie ursprünglich hier angesiedelt werden sollten. Wer Google mit dem Suchbegriff Gorbitz füttert, der bekommt Informationen zu Themen wie „Kriminalität“, „Ausländeranteil“ und „sozialer Brennpunkt“ angezeigt.

Unsere Stadträtin Berit Schönfeld hat sich im März bei einem Bürgergespräch von Ortsansässigen in Gorbitz schildern lassen, was ihnen auf der Seele brennt. Besorgt äußerten sich die Anwesenden unter anderem über den geplanten Umzug des Polizeireviers West von der Julius-Vahlteich-Straße – direkt gegenüber dem Amalie-Dietrich-Platz – mehrere Kilometer stadteinwärts. Das jetzige Gebäude ist marode und modernen Anforderungen nicht mehr gewachsen, weshalb der Freistaat es in den nächsten Jahren räumen und eine neue Dienststelle an der Hamburger Straße einrichten will. Im Stadtrat wurde das Vorhaben auf Anfrage von Berit bestätigt.

„Schöne Worte schaffen noch keine Sicherheit“

Was das perspektivisch für die Polizeipräsenz in Gorbitz bedeutet, ist auch vier Monate später weiter unklar, von vagen Absichtserklärungen abgesehen.

Die Polizeiwache Dresden-West an der Julius-Vahlteich-Straße in Gorbitz

Berit lässt nicht locker und dringt auf verbindliche Lösungen, wie sie auch von den Bürgern vor Ort gefordert werden. Die BSW-Stadträtin hat sich kurz vor den Sommerferien ausführlich zu der Entwicklung geäußert.

„Es ist gut, dass das sächsische Innenministerium und die Stadt Dresden betonen, die polizeiliche Präsenz in Gorbitz aufrechterhalten zu wollen. Doch schöne Worte schaffen noch keine Sicherheit. Bisher fehlt jedes konkrete Konzept dafür.

Mit Streifenfahrten ist es nicht getan

Als Stadträtin werde ich genau hinschauen, dass aus der versprochenen Präsenz keine reine Alibi-Veranstaltung mit sporadischen Streifenfahrten wird. Gorbitz braucht eine feste, sichtbare und verlässliche Anlaufstelle für die Bürger direkt vor Ort. Gerade an bekannten Brennpunkten wie dem Amalie-Dietrich-Platz müssen Angsträume konsequent abgebaut werden, statt durch einen schleichenden Rückzug Signale der Kapitulation zu senden.

Wie wichtig ein entschlossenes Eingreifen der Behörden ist, zeigt auch die aktuelle Diskussion um einen bis in die Nachtstunden hinein geöffneten Lebensmittelladen im Viertel. Anwohner haben mich berechtigterweise darauf aufmerksam gemacht, dass dadurch – erst recht in Verbindung mit Alkohol – die Lärmbelästigung massiv zunimmt. Wenn die Polizeiwache umzieht, brennt hier ohne sichtbare Zwischenlösung und ohne konsequente Kontrollen des Ordnungsamtes sprichwörtlich die Luft. Das BSW wird nicht zulassen, dass die Sicherheit der Gorbitzer Bürger auf dem Altar von verwaltungsinternen Prozessen geopfert wird.“

Dieser Spätshop am Amalie-Dietrich-Platz hat täglich bis 1 Uhr geöffnet.