Motor Trachenberge schlägt Alarm: Wann kommt der Kunstrasen?
Der Fußballplatz von Motor Trachenberge an der Aachener Straße ist gesperrt. So wie jeden Sommer. Und wie jeden Winter. Das halbe Jahr muss er sich ausruhen von den Strapazen der anderen Hälfte. So geht das schon ewig und ist auch nicht allzu verwunderlich. Denn sämtliche Nachwuchs- und Erwachsenenmannschaften trainieren und spielen auf diesem einen Platz in einem Wohngebiet aus den 1920er Jahren. Neu ist, dass Spieler und Trainer so langsam die Geduld verlieren und nicht länger warten wollen, bis sich an diesen Zuständen vielleicht einmal etwas ändert. Nach den Worten von Torsten „Toto“ Mikoteit, dem stellvertretenden Vereinsvorsitzenden, hören elf Trainer auf. Die C- und die B-Jugendmannschaft seien schon weg. „Uns laufen die Leute davon“, schlägt Mikoteit Alarm.
Dabei zeichnet sich eigentlich eine Lösung ab. Teile des Trainings- und Spielbetriebs sollen auf den Platz an der Neuländer Straße verlegt werden, etwa einen halben Kilometer Luftlinie entfernt. Das Gelände gibt zwar heute noch ein relativ tristes Bild ab und der Krach von der benachbarten A4 ist durchaus grenzwertig. Doch wenn hier wie geplant erst einmal Kunstrasen verlegt, ein Funktionsgebäude errichtet und das eine oder andere Vorhaben mehr verwirklicht ist, wären die Sorgenfalten bei Motor Trachenberge deutlich kleiner. Mikoteit denkt laut darüber nach, den gesamten Nachwuchsbereich an der Neuländer Straße zu konzentrieren und dort ein Jugendzentrum zusammen mit dem SV Dresden-Neustadt zu betreiben.
Die Finanzierung schien gesichert, seit das BSW dafür gesorgt hatte, dass im laufenden Doppelhaushalt 1,5 Millionen Euro an zusätzlichen Investitionen in Sportstätten vorgesehen wurden. Vor allem Rotation Dresden und Motor Trachenberge sollten von diesen Geldern profitieren und mit neuen Rasenflächen auf alte Probleme reagieren können.
Doch dann stellte sich heraus, dass wegen Bauarbeiten auf der Neuländer Straße eine Realisierung in weite Ferne rückte. Der Kenntnisstand von Torsten Mikoteit ist, dass die Rekonstruktion des Sportplatzes nicht vor 2028 erfolgen kann und das vorerst auch nur in einer abgespeckten Variante.
Eine BSW-Anfrage bei der Stadtverwaltung ergab, dass die Baumaßnahmen auf der Neuländer Straße bis Ende Juli abgeschlossen sein sollen. Ob sich weitere Arbeiten daran anschließen, war zum Zeitpunkt der Antwort noch ungewiss. Laut aktueller Auskunft ist dies nicht der Fall, was bedeutet, dass auf dem Sportplatz noch in diesem Jahr, spätestens aber im nächsten Nägel mit Köpfen gemacht werden können.
Unser Stadtrat Maurice Devantier verschaffte sich kürzlich selbst einen Eindruck von den gegenwärtigen Platzverhältnissen an der Aachener Straße, wo das Grün sogar bei oberflächlicher Betrachtung viele Lücken hat und ein kurzer Wolkenbruch unlängst das Spielfeld komplett unter Wasser setzte. Bereits im Frühjahr 2025 zog die Stadt den Platz ohne Vorankündigung wochenlang wegen Unbespielbarkeit aus dem Verkehr. Das zeigte zwar Wirkung, doch der Effekt solcher Rosskuren hält nie lange vor, während Training und Punktspiele in unschöner Regelmäßigkeit auf Ausweichplätzen stattfinden müssen.
„Es wird immer dringlicher, hier Abhilfe zu schaffen“, so Maurice. „Wir setzen uns unverändert dafür ein, dass Motor Trachenberge die bereits zugesagten Mittel bekommt. Da es keinen Grund mehr gibt, die Arbeiten an der Neuländer Straße weiter aufzuschieben, erwarten wir, dass sie zeitnah beginnen und die Anlage in den nötigen Zustand für den Trainings- und Spielbetrieb versetzt wird.“






