Hundert-Wasser: Lass dir gratulieren, liebes Georg-Arnhold-Bad!
Auch an warmen Frühlingstagen wie diesen trocknet eine Pfütze zwischen Hygienemuseum und Großem Garten nie aus. Wobei … Das mit der Pfütze ist nicht so ganz wörtlich zu nehmen, auch wenn es einst in aller Munde war. „Stadtpfütze“ nannten die Einheimischen in vergangenen Zeiten ihr Georg-Arnhold-Bad, das heute vor 100 Jahren eröffnet wurde und eine Dresdner Legende ist. Kaum ein Bewohner dieser Stadt, der dort nicht schon selbst baden war oder Schwimmunterricht hatte oder dessen Kinder, Enkel, Freunde oder Bekannte das von sich sagen könnten. Das „Arni“ verbindet jedenfalls ganze Generationen von Dresdnerinnen und Dresdnern.
Ein Familienname ist mit der Anlage ganz besonders eng verbunden: Arnhold. Der Dresdner Bankier Georg Arnhold stiftete seinerzeit drei Viertel der Baukosten für das neue Freibad, das in den sogenannten Güntzwiesen und in Verlängerung der Ilgen-Kampfbahn – Vorgänger des Rudolf-Harbig-Stadions – errichtet wurde. Seitdem trug es seinen Namen, mit Ausnahme der Nazizeit, als es Güntzwiesenbad heißen musste und den Arnholds wie allen Juden der Zutritt verboten war.
Wohltäter Georg Arnhold starb ein halbes Jahr nach der festlichen Badeinweihung, er ist in Dresden auf dem Neuen Israelitischen Friedhof begraben. Sein Bankhaus Gebrüder Arnhold, in den 1920er Jahren eine der führenden Privatbanken Deutschlands, wurde im Dritten Reich „arisiert“ und von der Dresdner Bank geschluckt.
Die gesamte Familie emigrierte und ist heute über den Erdball verstreut. Man hält jedoch Dresden nach wie vor die Treue und unterstützt verschiedene Vorhaben mit großzügigen Spenden.
Auch dank Gerard und Henry Arnhold konnte das von ihrem Großvater Georg auf den Weg gebrachte Freibad von 1994 bis 1997 zu einem modernen Kombibad umgebaut werden. Bekannt ist auch das finanzielle Engagement der Arnholds für den Wiederaufbau der Frauenkirche und der Neuen Synagoge, für das „Haus der Brücke“ und die Sanierung der Robotron-Kantine.
Das Georg-Arnhold-Bad, mittlerweile als Kulturdenkmal geführt, wurde zuletzt vor ungefähr zehn Jahren saniert und ist das nach Besucherzahlen beliebteste Schwimmbad Dresdens. Zu seinem 100. Geburtstag macht es einen sehr vitalen Eindruck. BSW-Fraktionschef Ralf Böhme: „Wir gratulieren ganz herzlich! Gerade auch angesichts der Probleme mit anderen Hallenbädern, die den Stadtrat seit Jahren beschäftigen, ist es erfreulich, dass das Georg-Arnhold-Bad eine andere Entwicklung genommen hat. Der Familie Arnhold gebührt großer Dank dafür, wie sie sich aus einer tiefen Verbundenheit zu Dresden heraus über die Jahre für dieses und andere Objekte in der Stadt eingesetzt hat.“






