Minus 94 Prozent russische Touristen in Dresden

7. Mai 2026

Aus Alt mach Neu statt aus Geld mach Neu

Das Stadthaus ist viel zu attraktiv, um es nicht fit zu machen für die Zukunft.

Dresden hat so viele Sehenswürdigkeiten, dass das Stadthaus in der Theaterstraße eher im Schatten berühmterer Nachbarn wie dem Zwinger oder dem Staatsschauspiel steht. Dabei kann es sich mit seiner gebogenen und strukturierten Fassade ebenfalls sehen lassen. Der sechsstöckige Bau ist ein Vertreter der Vorkriegsmoderne und gehört der Stadt. Jetzt hat der Stadtrat mit großer Mehrheit seine Sanierung beschlossen.

So selbstverständlich, wie es das Ergebnis vermuten lässt, war das nicht. Denn das 1923 eröffnete Stadthaus diente von Anfang an als Erweiterung des Rathauses und beherbergt heute das Ordnungsamt wie auch die Ausländerbehörde („Dresden Welcome Center“). Da es genauso wie das Sozialrathaus in Striesen in die Jahre gekommen ist, wurde lange über die Frage gestritten, ob diese beiden Gebäude saniert werden sollen oder ein Neubau neben dem erst im Frühjahr 2025 eingeweihten Stadtforum auf dem Ferdinandplatz zu favorisieren wäre.

Wirtschaftlich nehmen sich beide Varianten zumindest auf dem Papier wenig. Für das BSW war der Fall aber trotzdem klar. Ein weiterer Neubau kommt nach der Erfahrung mit dem Stadtforum, das statt der geplanten 100 Millionen am Ende 140 kostete, nicht in Frage.

In der Debatte um das sogenannte Standortkonzept 2030+ nannte Fraktionschef Ralf Böhme aber noch ein weiteres Argument: „Für uns ist hier entscheidend, dass die Stadt eine Verantwortung für ihre historische Bausubstanz hat. Und dieser wird man am ehesten gerecht, indem man versucht, die eigenen Flächenbedürfnisse mit der Sanierung von so tollen Objekten wie in der Theaterstraße und Junghansstraße zu verbinden.“

Mit 48 Ja- und 11 Nein-Stimmen bei 7 Enthaltungen votierte der Stadtrat für eine entsprechende Vorlage. Ein Ersetzungsantrag von SPD und FDP/FB zu Gunsten eines Neubaus wurde von keiner weiteren Fraktion mitgetragen und erhielt damit nur 10 Stimmen.

Mit der Sanierungslösung sieht das BSW die Voraussetzungen gegeben, dass die beiden repräsentative Altbauten in Dresden nicht einer ungewissen Zukunft entgegensehen. „Wir gehen davon aus, dass wir damit zwei wichtige Immobilien in Besitz der Stadt Dresden für die nächsten Jahrzehnte schützen und bewahren werden“, so Ralf Böhme.